Rathausneubau stoppen! Sanierung vorantreiben
Wir bauen nur die Flächen, die wirklich gebraucht werden
Der entscheidende Kostentreiber eines Rathauses ist nicht allein die Fassade. Es ist die geplante Fläche. Jeder zusätzliche Quadratmeter verursacht Baukosten, Finanzierungskosten, Heizkosten, Reinigungskosten und dauerhafte Unterhaltungskosten.
Das bisherige Raumprogramm für einen Rathausneubau geht von einem Flächenbedarf aus, den wir nicht teilen. Neben den Büroflächen der Verwaltung wurden zusätzliche Besprechungsflächen und eigene Räume für die politischen Fraktionen eingeplant.
Solche Fraktionsräume brauchen wir nicht. Die Fraktionen tagen wenige Stunden im Monat. Dafür müssen keine eigenen Räume gebaut, beheizt, gereinigt und dauerhaft unterhalten werden. Fraktionssitzungen können wie bisher in vorhandenen Sitzungsräumen, im Ratssaal oder in anderen städtischen Gebäuden stattfinden.
Auch innerhalb der Verwaltung muss nicht für jeden Beschäftigten dauerhaft ein eigener Schreibtisch vorgehalten werden. Urlaub, Krankheit, Außentermine, Teilzeit und mobile Arbeit führen dazu, dass niemals alle Arbeitsplätze gleichzeitig belegt sind. Hinzu kommen Digitalisierung, Desksharing und zunehmend automatisierte Verwaltungsabläufe.
Unser Ansatz lautet deshalb nicht: Wie viel Fläche wünscht sich jeder Fachbereich?
Unser Ansatz lautet: Wie wenig Fläche benötigt eine moderne und effizient organisierte Verwaltung tatsächlich?
Der vorhandene Standort bietet mehr Platz, als häufig dargestellt wird
Bei der Diskussion über den Raumbedarf wird häufig nur auf den älteren Hauptbau des Rathauses geschaut. Zum Standort gehören aber auch das Bürgerbüro, der Ratssaal und das Gebäude der Energieversorgung Sehnde.
Das Bürgerbüro und das EVS Gebäude wurden erst Anfang der 2000er Jahre errichtet. Es ergibt keinen Sinn, vergleichsweise junge Gebäudeteile aufzugeben oder in einem teuren Neubau doppelt vorzuhalten.
Das Bürgerbüro bleibt bestehen und wird weiterhin für den direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern genutzt. Der Ratssaal bleibt der zentrale Ort für Ratssitzungen, Ausschüsse und politische Beratungen.
Auch die Flächen der EVS müssen berücksichtigt werden. Die EVS ist eine eigenständige GmbH. Sie muss nicht zwingend dauerhaft in einem neu gebauten Rathaus in der Innenstadt untergebracht werden. Wenn langfristig andere Räume benötigt werden, kann die EVS eigene Büroflächen anmieten oder errichten. Das ist immer noch wirtschaftlicher, als für die gesamte Verwaltung zusätzliche Grundstücke zu kaufen und ein Rathaus für mehr als 50 Millionen Euro zu bauen.
So sieht unser Rathauskonzept aus
Der vorhandene Rathausstandort bietet Büroetagen, Bürgerbüro, Ratssaal und weitere nutzbare Gebäudeflächen. Diese werden neu organisiert, modernisiert und technisch auf den aktuellen Stand gebracht.
Die vorhandenen Balkone können umgebaut werden. Dadurch entstehen an der Fassade neue Möglichkeiten, Versorgungsleitungen, Dämmung und Teile der Gebäudetechnik außen zu führen. Die teilweise niedrigen Raumhöhen sind damit kein zwingender Grund für einen Neubau.
Der notwendige zweite Rettungsweg kann durch eine außen liegende Fluchttreppe geschaffen werden. Unsere Rathausvisualisierung zeigt, wie diese Lösung in eine moderne Fassade integriert werden kann.
Die Sanierung erfolgt etagenweise. Dadurch kann der Verwaltungsbetrieb weitgehend weiterlaufen. Während eine Etage saniert wird, werden Arbeitsplätze vorübergehend in anderen Bereichen, im Bürgerbüro, im EVS Gebäude oder über mobile Arbeit organisiert.
Nach Abschluss der Sanierung verfügt Sehnde über ein modernes Rathaus, ohne den gesamten Verwaltungsstandort neu bauen zu müssen.
Moderne Sanierung statt Prestigeobjekt
Eine Sanierung bedeutet nicht, dass das Rathaus anschließend so aussieht wie heute. Unsere Visualisierung zeigt eine modernisierte Fassade, einen außen liegenden Rettungsweg und eine mögliche begrünte Dachterrasse.
Die Dachterrasse könnte öffentlich zugänglich sein und einen neuen Ort mit Blick über Sehnde schaffen. Sie ist jedoch kein Muss und darf nur umgesetzt werden, wenn sie innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens bleibt.
Der Kern unseres Konzeptes sind keine architektonischen Spielereien. Der Kern ist ein modernes, funktionales und bezahlbares Verwaltungsgebäude.
Sanierung für sieben bis neun Millionen Euro
Nach unserer Kostenschätzung kann das bestehende Rathaus einschließlich Planung und Ausführung für etwa sieben bis neun Millionen Euro saniert werden.
Für Sehnde sind im aktuellen Entwurf des Niedersächsischen Kommunalinfrastrukturfördergesetzes 8.127.846 Euro vorgesehen. Diese Mittel wollen wir für die Sanierung des Rathauses einsetzen. Damit kann ein großer Teil der Maßnahme finanziert werden, ohne dass Sehnde für den förderfähigen Anteil neue langfristige Investitionskredite aufnehmen muss.
Selbst wenn einzelne Kosten nicht aus diesen Mitteln bezahlt werden können, liegt eine Sanierung in einer völlig anderen Größenordnung als ein Neubau für mehr als 50 Millionen Euro zuzüglich Grundstückskäufen, Abrisskosten, Finanzierung und Übergangslösungen.
Keine weiteren Grundstückskäufe
Die Stadt ist bereits ermächtigt worden, Grundstücke an der Nordstraße zu erwerben. Dafür stehen nach den uns vorliegenden Angaben mehr als drei Millionen Euro im Raum. Auf den Grundstücken befinden sich Gebäude, die anschließend teilweise abgerissen werden müssten.
Wir lehnen diese Käufe ab.
Es wäre unverantwortlich, jetzt Millionen für Grundstücke auszugeben, die für die Sanierung des bestehenden Rathauses nicht benötigt werden. Dieses Geld fehlt anschließend für Schulen, Straßen, Feuerwehr, Grünpflege und unsere Ortsteile.
Unsere Forderung
Wir wollen die Sanierung des bestehenden Rathauses.
Wir wollen einen realistischen Raumbedarf ohne eigene Fraktionsräume, unnötige Besprechungsflächen und dauerhaft unbesetzte Einzelarbeitsplätze.
Wir wollen das Bürgerbüro, den Ratssaal und das vergleichsweise junge EVS Gebäude in das Raumkonzept einbeziehen.
Wir wollen keine weiteren Grundstückskäufe, keine Abrissplanungen und keinen Rathausneubau für mehr als 50 Millionen Euro.
Sehnde braucht kein Prestigeobjekt. Sehnde braucht eine Verwaltung, die für die Bürgerinnen und Bürger arbeitet, und ein Rathaus, das funktional, modern und bezahlbar ist.
Dafür steht die FDP Sehnde.